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Das Stafforter Schloss

Grundriss der Schlossanlage
Grundriss der Schlossanlage
Historische Aufnahme des Schlossbuckels
Historische Aufnahme des Schlossbuckels


aus: "Erinnerungen an die Vergangenheit“
von Hanna Heidt


Staffort ist in die Annalen der Geschichte mit zwei Besonderheiten eingegangen: dem Schloss und, damit in Zusammenhang, dem „Stafforter Buch”.


Das Stafforter Schloss wurde auch als Wasserschloss, Wasserburg und Tiefburg bezeichnet. Schmalkalders Plan von 1689 gibt eine Vorstellung vom Grundriss der einstigen Anlage. Die Schlossinsel inmitten des kreisförmig geführten Wassergrabens, der aus der Pfinz gespeist wurde, war im Westen durch einen mit zwei turmartigen Verstärkungen versehenen Mauerzug abgeschlossen, während im Osten Gebäude unmittelbar aus dem Wasser aufragten. Ein freistehender Bau in der Westhälfte zeigte an der Rückseite eine risalitartige Mittelverstärkung. Das Torhaus mit achteckigem Pyramidendach und die Zugbrücke über den Graben lagen im Süden. Eine schmale, beiderseits von Bäumen begleitete Wasserrinne umzog die ganze Anlage in einiger Entfernung, zwischen sich und dem breiten Hauptgraben einen Gebäudestreifen belassend. Dessen östliche Hälfte umfasste den in regelmäßige Beete aufgeteilten Schlossgarten.


Der westliche Teil war durch Palisaden geschützt und enthielt drei Gebäude, von denen das mittlere als Zollhaus bezeichnet wird. Es ist auch nachzulesen, dass sich „gleich am Eingang des Schloßthors an der rechten Seyten, 15 Stufen tief gelegen”, das Gefängnis befand. Es wurde beschrieben, dass der Dienstsitz der Ritter samt den hinzugekommenen Wirtschaftsgebäuden wie Pferdestall, Scheune, Vorratshäuser und Waffenhäuser durch Graben, Wall und Mauer umschlossen wurden. So entstand allmählich die Burg, die - im Vergleich zu den Häusern der Bauern - als Schloss bezeichnet werden konnte.


Bis zur Reformationszeit hatte das „rechte Wasserschloß” eine eigene Kapelle mit einem Frühmessgeistlichen. Der Dienstgarten beim Schloss hatte eine Größe von einem Morgen, das sind 36 Ar, was einen Rückschluss darauf zulässt, dass diese Tiefburg in ihrer Blütezeit recht ansehnlich gewesen sein muss. Auch ein rechter Obsthain war vorhanden sowie großer Fischreichtum im Schlossgraben.


Das Stafforter Schloss war zur Reformationszeit in seinem besten Zustand. Vom Markgrafen Ernst Friedrich wird berichtet, dass er sich oft und gerne im Stafforter Schloss aufgehalten habe. Gerade in dieser Zeit haben die badischen Markgrafen den Ort berühmt gemacht. Sie nahmen aktiv teil an den Auseinandersetzungen ihrer Zeit um die „rechte Lehre”. In der eigenen Druckerei im Stafforter Schloss wurden Bücher gedruckt, welche die Religionspolitik der Markgrafen von Baden-Durlach erklären und rechtfertigen sollten. Am berühmtesten wurde das „Stafforter Buch” von 1599, mit dem Markgraf Ernst Friedrich seine Hinwendung zur Lehre Calvins und den Übertritt vom Luthertum zum Calvinismus begründete.


Im Jahr 1600 befahl Markgraf Ernst Friedrich, die Burg für den Verteidigungsfall vorzubereiten, als Zuflucht für einen möglichen Krieg, den er allerdings nicht mehr erlebte. Er starb 1604 bei Remchingen im Alter von 44 Jahren.


In kriegerischen Auseinandersetzungen wurde das Schloss verschiedentlich in Mitleidenschaft gezogen oder gar verwüstet: Anno 1273 wurde die Burg als damaliges Eigentum des Markgrafen Rudolf I. durch Kaiser Rudolf von Habsburg zerstört. Im Jahr 1404 war es der Pfalzgraf bei Rhein, der die Burg niederbrannte und das Dorf bis auf die Grundmauern vernichtete. 1627 wurde Staffort von Bauernhaufen aus dem Bruhrain, die dem siegreichen Heere Tillys folgten, ausgeplündert und verbrannt und 1676 wurde es durch französische Truppen zerstört. Einen erneuten Schlag traf das Schloss 1681. Am 10. Juli schlug der Blitz in den Turm und verursachte eine Pulverexplosion. Diesmal ging es an die Substanz. Der mächtige Turm wurde bis auf die Grundmauern zerrissen. Um 1689 vollendeten Frankreichs Truppen das Zerstörungswerk. Das Dorf, das Schloss und der markgräfliche Bauhof wurden dem Erdboden gleichgemacht. Ein Bericht von 1692 besagt, dass das Stafforter Schloss „ganz und gar verbrannt und zersprengt” sei.


Wenn das Dorf und das Schloss im Laufe der Geschichte immer wieder aufgebaut wurden, so verzichtete man nach der letzten Zerstörung auf einen Wiederaufbau des Schlosses.


Für den Bau des Jagdschlosses Stutensee ließ die Herrschaft die Bausteine von der Trümmerstätte des Stafforter Schlosses entnehmen. Manches Fundament eines Bauernhauses wurde ebenfalls aus den soliden Bruchsteinen des einstigen Herrensitzes errichtet. Heute sind ein niedriger Hügel am westlichen Dorfeingang von Staffort, der Schlossbuckel, der mit Obstbäumen bepflanzt wurde, und der Gewannname Schlossgarten” die letzten Hinweise auf das Stafforter Schloss.


Erste urkundliche Erwähnung
Das Stafforter Schloss
nach oben Copyright Thomas Reiff